Karl Heinrich Waggerl (1897-1973)

 

K. H. Waggerl - Langtext

Karl Heinrich Waggerl gehört zu den wichtigsten österreichischen Schriftstellern. Sein dichterisches Werk ist eng mit der Beschreibung seiner engeren Heimat und mit Wagrain verbunden.

K. H. Waggerl wurde am 10. Dezember 1897 in Bad Gastein unter ärmlichenVerhältnissen geboren.
Während der Ausbildung als Lehrer meldete er sich 1916 freiwillig an die Tiroler Front, geriet in ital. Kriegsgefangenschaft, von wo er 1919 krank an Körper und Seele heimkehrte.

Er beendete seine Ausbildung, heiratete Edith Pitter, und trat 1920 die Stelle eines Lehrers in Wagrain an, wurde aber nach mehrmaligem Krank-heitsrückfall im April 1923 in den Ruhestand versetzt.

Es folgten Jahre der Verzweiflung und Not. Waggerl verdiente durch diverse Arbeiten den Lebensunterhalt. Er übte sich in verschiedenen künstlerischen und kunsthandwerklichen Techniken und schrieb seine ersten Geschichten.

Mit seinen düsteren Schilderungen menschlicher Abgründe und auswegloser Schicksale stieß er bei Zeitschriften und Verlagen jedoch auf Unverständnis und Ablehnung.

1929 gelang Waggerl der Durchbruch mit dem Roman „Brot“.
Bis 1935 schrieb W. drei weitere Romane: „Schweres Blut“,
„Das Jahr des Herrn“, und „Mütter“. In den 20er und 30er Jahren beschäftigte sich W. auch intensiv mit der Fotografie.

1934 erhielt er als erster Schriftsteller den „Österreichischen Staatspreis für Literatur“. Seine Rolle im NS-Regime ist bis heute unklar und vieldiskutiert.

Nach dem Kernstück seines Schaffens, den 4 Romanen, verfasste Waggerl nach dem 2. Weltkrieg nur mehr kleine Prosa.
Er unternahm jedoch wieder viele Vortragsreisen, vor allem nach Deutschland und in die Schweiz. Diese Reisen und seine große
Popularität nützte Waggerl auch um den aufkeimenden Fremden-verkehrsort Wagrain überall bekannt zu machen.
Waggerls Rolle in der Entwicklung Wagrains zu einem blühenden
Tourismusort ist zentral.

Karl Heinrich Waggerl - Künstler, Wagrain


„Ein geheimer Zauber muß wohl über diesem Dorf liegen. Leute von weither ließen plötzlich alles hinter sich und wurden hier seßhaft - nicht als heilige Einsiedler, versteht sich, sondern einfach, weil das Leben hier ein Geschäft ist, für das man sich Zeit lassen muß.“

K. H. WAGGERL verstarb 4. November 1973 an den Folgen eines Autounfalls. Sein Werk, das 1970 und 1997 in einer Gesamtausgabe erschien, umfasst etwa 1.400 Seiten. Von seinen Büchern sind mehr als 7 Millionen Exemplare verbreitet und in 12 Sprachen übersetzt worden.

 

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